Samenspenden hielt ich eigentlich immer für eine gute Sache. Ich habe zwar nie ganz verstanden warum Männer für ein bisschen Unterarmtraining, etwas was ihnen Spaß macht, keinerlei gesundheitliche Risiken birgt und zusätzlich noch zur Befriedigung des Urinstinkts dient (nämlich den seine Erbanlagen so weit und häufig wie möglich zu verteilen), auch noch Geld bekommen - aber ok, sie helfen damit Menschen die einen übermächtigen, anscheinend unbezwingbaren, Wunsch nach einem Kind haben.
Nun kam mir aber heute nach einer ewig langen und frustrierenden ("ah, das hört sich interessant an - nein, doch nicht..., das könnte was sein - nein, da muss ich ja mit Menschen reden..."), verzweifelten Suche nach Einkommensquellen, der Gedanke: das was bei den Männern so heiß begehrt scheint, ist ja eigentlich nicht fähig für sich alleine ein Kind zu zeugen - da lag für mich der wahnwitzige Umkehrschluss nahe, dass der Teil der Frau, der auch nicht ganz unwesentlich für die Entstehung neuen Lebens ist, doch auch etwas wert sein muss.

Optimistisch, zu optimistisch, machte ich mich auf die Suche in den weiten des Internets. Schnell wurde ich desillusioniert.
Nein, bei Frauen und Eizellen ist das was anderes - das ist eine biologische Spende (was ist dann die Samenflüssigkeit - eine chemische Spende?? Polyurethan-Klebstoff??) wie Rückenmark und Organspenden - die folglich altruistisch und freiwillig gegeben wird.
Aber nein, man geht trotzdem nicht ganz leer aus - man bekommt dafür eine komplette Studie des Geschlechtsapparates (wer hat sich das nicht schon immer gewünscht) und "in jedem Fall (!) werden die medizinischen Kosten und pharmazeutischen Ausgaben im Zusammenhang mit der Behandlung übernommen" (oh wie nett, vielen Dank, zu gütig). Außerdem hat man ja nur ein 3-5%iges Risiko, dass der Körper das Vollpumpen mit Hormonen nicht so ganz akzeptieren mag und durch eine Hyperstimulation krank wird.
Also ich find das toll - jene die ein Kind unbedingt wollen, können sich aus einen Pool von genetisch überprüften und vorgefilterten Ei- und Samenzellen ihr Wunschbaby basteln, weil die eizellenproduzierende Frau so rührend altruistisch gehandelt hat und ihre von gottgegebene (und erbkrankheitsfreie!) Fruchtbarkeit teilt.
Und natürlich - diese altruistische Handlung liegt den Frauen selbstverständlich viel mehr als den Männern (die leisten ja körperliche Schwerarbeit und müssen dafür eine "Aufwandsentschädigung" bekommen).






3 comments:
Auf der suche nach "Nebeneinkommen" sind meind Freund und ich ebenfalls auf die Idee einer Spende gekommen. Mein freund hatte früher schon einmal Samen gespendet und seines Gedächnisses gut dabei verdient. Heute sind wohl die ansprüche gestiegen und er fällt bei der Qualifikation durch, da siene Oma Diabetes hat. Das war damals kein Problem. Nun hat er sich als Probant angemeldet und versucht da sein glück. Ich hingegen dachte an eine Eispende. Uns ja, ich war schon gekränkt als ich las, dass schön alle kosten übernommen werden aber hallo? Stand da nicht was von "unangenehm" "nicht sehbare Narben" na super! Lob und beachtung an die, die das freiwillig auf sich nehmen! Aber schon ungerecht, ne? Also für mich ist das Thema abgeschlossen. Männern liegt so schon so vieles zu Füßen... Höhrere Bezahlung im Job und leicht verdientes Geld mit Samenspende. Dafür, das sie doch solche Weicheier sind und ohne uns nichts wären! Wir Frauen sollten mal die Schranken neu Ordnen. Ihnen klar machen, das wir eine doch viel wetvollere Aufgabe haben, mit mehr Belastung und Organisationsvermögen klar kommen und beim wehwechen nicht gleich sterben. Das weibliche Geschlecht hat nicht ohne Grund in Lehranstalten über die Jahre verzeichnete bessere Leistung erbracht als unsere Jungs. Also, was sagt uns das? Mach dir mal gedanken darüber und poste deine Meinung!
tja, so sind sie halt, die Männer - wenn sie sich schon nicht erfolgreich vermehren können oder zumindest ihr Ego bestätigen können, dann verschaffen sie sich eben etwas Freude durch den Handbetrieb. Trieb halt, was will man machen.
Dass das mit der Eispende bei Frauen so dermaßen anders liegt wusste ich bis dato nich - mag es an meiner 'typisch' männlichen Ignoranz liegen oder an der (vorgeschobenen) Tatsache, dass ich mich mit dieser Thematik noch nicht auseinandersetzen musste oder gar wollte.
Fortschritte in der medizinischen Forschung lassen am Horizont den Silberstreif aufblitzen, das biologisch gesehen Männer dann eines Tages ohnehin überflüssig sein werden. Goldene Zeiten. Bis dahin muss man diese behaarten, triebgesteuerten Wahnsinnigen wohl als nötiges Übel nehmen - so wie scheiß Wetter, nach dem es wieder Sonne gibt.
Aber Danke nochmal für den Hinweis mit dem Nebeneinkommen - für ein auf die Dauer akkumuliertes kleines Vermögen nimmt man schon mal einen Tennisarm in Kauf.
Das ganze Thema mit künstlicher Befruchtung udn Eispende ist mir (wahrscheinlich biologisch bedingt) noch nicht in aller Deutlichkeit unter die Nase getreten.
Gegenfrage: muss man sich denn unbedingt fortpflanzen ? Mir ist eine Gruppe untergekommen - Männer wie Frauen (!) - die sich unter der Prämisse sammeln, sich nicht mehr fortzupflanzen, um das Aussterben des Menschen zu unterstützen. Find ich gut.
Das sich an der Politik mit Kinder in die Welt setzen ein gewaltiger Block sozialer Probleme anhängt ist mir klar... speiben könnt ich beim ersten Aufwallen von Bildern, die sich mir da auftun.
Man möge mich nicht falsch verstehen - ich mag Kinder, könnte jedoch nie ein ganzes allein verspeisen.
Aber jetzt mal ohne Scheiß - ja: das Recht auf Schwangerschaftsverhütung ist für mich ein universelles, durch nichts anfechtbares Menschenrecht. Das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch hänge ich in weitere Folge diesem an - das Leid das durch inkriminierten Schwangerschaftsabbruch verursacht wurde ist gut dokumentiert, wenn auch nicht in all seiner Tragweite im öffentlichen Bewusstsein verankert. Ein Link:
http://www.verhuetungsmuseum.at/
Die Art und Weise, wie in ALLEN Kulturen zu ALLEN Zeiten Frauen als Menschen zweiter Klasse behandelt werden ist ein weiteres Thema, das mir neben physischen auch psychische Abwehrreaktionen beschert.
Scheiße, ich lass es jetzt bleiben.
Scheiße, dass Eispenden derart minderwertig behandelt werden.
Interessant der Gedankenansatz, dass neben der Umsetzung von physischer Kraft und Lebenszeit auch noch das Letze aus einem Menschen holbare zu Geld gemacht werden kann. Danke für die Erinnerung.
Diese Themen sind nachwievor interessant und werden wohl immer Bestand haben. Das Problem der Anonymität und der daraus sich erschließenden Folgen aber auch wenn eine Spende nicht anonym durchgeführt wurde, ist schon heikel. Jeder sollte für sich abwegen, welche möglichen Folgen entstehen können. Infos auch unter Samenspende Info
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